Spielbericht Bezirksliga

SV Friesen stolpert zur Kirchweih gegen Spvgg Rattelsdorf 0:1 (0:1)

Nach einem intensiven Auftritt im Spitzenspiel unter der Woche, bei dem man sich in Hirschaid ein verdientes Unentschieden erkämpfte und damit die Hoffnung auf Rang zwei am Leben hielt, wartete nun auf den SV Friesen mit dem Heimspiel gegen die Spvgg Rattelsdorf eine vermeintlich lösbare Aufgabe. Trainer Freddy Martin setzte dabei mutig auf die Jugend und beorderte mit Ben und Nils Volk sowie Simon Pfadenhauer gleich drei A-Jugendspieler in die Startelf.

Nils Volk war dabei in einer sehr schwungvollen Anfangsphase der Gastgeber sogar einer der auffälligsten Akteure, so liefen immer wieder, speziell über seine rechte Seite, gute Angriffe, sodass Noah Schorn, Simon Pfadenhauer und Johannes Emrich in den ersten zehn Minuten bereits jeweils gute Torchancen verzeichnen konnten. Doch mit zunehmender Spieldauer verlor Friesen den anfänglichen Schwung. Die kompakt stehenden Gäste fanden besser in die Partie, unterbanden die Offensivbemühungen frühzeitig und nahmen dem Spiel der Grün-Weißen mehr und mehr den Rhythmus.

Dann der Schock kurz vor der Pause. In der 39. Minute nutzte Rattelsdorf seine erste wirklich gefährliche Szene eiskalt aus. Nach einem unübersichtlichen Durcheinander im Strafraum landete der Ball plötzlich vor den Füßen von Wiltschke, der frei vor dem Tor auftauchte und  zur völlig unverdienten Führung für die Gäste einschob.

Beinahe hätte Friesen jedoch noch vor dem Halbzeitpfiff unter gütiger Mithilfe der Gästeabwehr zurückgeschlagen. Nach einer Freistoßflanke von Schorn köpfte ein Gästeverteidiger den Ball im Zusammenspiel mit seinem Keeper an die eigene Latte. Doch auch den Abpraller konnte Rico Nassel nicht nutzen, sodass es beim 0:1-Rückstand zur Pause blieb.

Wer zur Kirchweih auf ein Offensivspektakel im zweiten Durchgang gehofft hatte, wurde zunächst enttäuscht. Statt eines Sturmlaufs entwickelte sich das Spiel eher zäh, die Gäste zogen sich noch weiter zurück und machten die Räume eng. Friesen biss sich lange die Zähne aus. Erst in der 70. Minute keimte wieder so etwas wie Torgefahr auf. Kilian Krug zwang den Schlussmann zu einer Parade, und auch Nassels Nachschuss verfehlte nur knapp das Ziel. Wenig später setzte Nassel nach einer Kopfballverlängerung von Louis Bachinger zu einer Direktabnahme an, doch erneut war der Keeper zur Stelle und fischte den Ball aus dem Eck.

Die größte Gelegenheit bot sich schließlich dem eingewechselten Leon Jakob. Nach einem perfekt getimten Steilpass lief er allein auf das Tor zu, doch statt selbst abzuschließen, suchte er den Querpass, der allerdings misslang und die Riesenchance verpuffen ließ. In der Schlussphase warf Friesen noch einmal alles nach vorne. Kapitän Schorn prüfte in der 85. Minute den Torhüter ein weiteres Mal, doch der Ausgleich wollte einfach nicht fallen.

Am Ende blieb es bei einer äußerst bitteren 0:1-Niederlage. Da Hirschaid parallel in Neukenroth gewann, beträgt der Rückstand drei Spieltage vor Schluss nun fünf Punkte. Ein schweres, aber nicht hoffnungsloses Unterfangen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Friesen schnell wieder zu der Leichtigkeit und Durchschlagskraft zurückfindet, die sie nach der Winterpause ausgezeichnet hatte.

DZ
Fotos: Heinrich Weiß